Formularerfassung im Labor: Mit KI-Handschriftenerkennung zu schnelleren und zuverlässigeren Prozessen

Carsten Knoll

Key Account Manager Vertical & Strategic Business
Auf einen Blick

Projektziel

Modernisierung der papiergebundenen Auftragsabwicklung in medizinischen Laboren durch einen hochautomatisierten, hybriden Workflow zur stabilen und datenschutzkonformen Erfassung strukturierter und handschriftlicher Formulardaten.

Herausforderung

Hohe Scanvolumen von Auftragsformularen mit einer Mischung aus maschinell lesbaren Daten, Ankreuzfeldern (OMR) und schwer lesbaren, handschriftlichen Freitextvermerken – bei gleichzeitig strengen Datenschutzvorgaben (DSGVO).

Lösung

Einsatz der KODAK S3000 Scanner-Serie im Dualstream-Verfahren für höchste Bildqualität und Koordinatenstabilität, gesteuert und verarbeitet durch die KODAK Info Input Solution mit ihren integrierten KI-Konnektoren – darunter Google Gemini für die Cloud-basierte Handschriftenerkennung (ICR) und Microsoft Document Intelligence für die lokale On-Premises-Verarbeitung.

Ergebnis

Deutlich stabilere Scanprozesse, drastische Reduzierung manueller Dateneingaben, branchenführende Erkennungsraten bei medizinischen Handschriften und vollständige DSGVO-Konformität.

Die Formularerfassung im Labor ist eine der zentralen operativen Herausforderungen in der medizinischen Diagnostik – ob in der Klinischen Chemie, der Mikrobiologie, der Pathologie oder der Zahntechnik. Der Großteil der eingehenden Auftragsformulare liegt noch immer in Papierform vor und enthält sowohl strukturierte Felder wie Ankreuzoptionen und Barcode-Nummern als auch komplexe handschriftlich verfasste medizinische Anweisungen. Die manuelle Übertragung dieser Daten in digitale Labormanagementsysteme ist zeitaufwendig, fehleranfällig und bindet wertvolle Fachkräfte.

Typische Herausforderungen bei der Formularerfassung im Labor sind:

  • Medienbrüche: Papierformulare müssen manuell in digitale Systeme übertragen werden. Das führt zu Verzögerungen und erhöht das Risiko von Übertragungsfehlern.
  • Heterogene Handschriften: Ärztliche Freitextvermerke unterscheiden sich stark in Lesbarkeit, Struktur und verwendeten Abkürzungen. Mit klassischer OCR-Technologie lassen sie sich häufig nicht zuverlässig erfassen.
  • Datenschutzanforderungen: Patientenbezogene Daten unterliegen den strengen Vorgaben der DSGVO. Der Einsatz externer KI- oder Cloud-Dienste erfordert daher geeignete Maßnahmen zur Anonymisierung und zum Schutz sensibler Informationen.
  • Systemintegration: Die extrahierten Daten müssen nahtlos in bestehende Labormanagementsysteme übernommen werden, um durchgängige digitale Prozesse zu ermöglichen.

Der folgende Praxisbericht zeigt, wie die Formularerfassung im Labor mit der KODAK Info Input Solution und der KODAK S3000 Scanner-Serie effizient automatisiert werden kann. Die Grundlage bildet ein Praxisprojekt bei einem deutschen Labor mit hohem Auftragsvolumen und einem umfangreichen Netzwerk einsendender Praxen. Durch die Kombination aus leistungsfähiger Dokumentenerfassung und moderner Künstlicher Intelligenz (KI) wurde ein DSGVO-konformer Workflow für die intelligente Dokumentenverarbeitung im Gesundheitswesen realisiert. Der beschriebene Lösungsansatz lässt sich auf alle Labore übertragen, die papierbasierte Auftragsformulare mit strukturierten und handschriftlichen Inhalten verarbeiten.

Lösungsansatz: KODAK Info Input Solution als zentrale IDP-Plattform

Das Kernprinzip der Lösung für eine automatisierte Formularerfassung im Labor besteht in der intelligenten Kombination aus leistungsfähiger Scan-Hardware und der KODAK Info Input Solution als zentraler Plattform für Intelligent Document Processing (IDP). Die Info Input Solution steuert den gesamten Workflow – von der Dokumentenerfassung über die KI-gestützte Datenextraktion bis zur Übergabe an das Labormanagementsystem – und verbindet dabei lokale On-Premises-Verarbeitung mit Cloud-basierten KI-Diensten über ihre Open Intelligence™-Architektur.

Schritt 1: Hochpräzise Erfassung mit Scannern der KODAK S3000 Serie

Die Qualität der nachgelagerten Datenextraktion steht und fällt mit der Qualität der gescannten Bilder. Für eine zuverlässige Formularerfassung im Labor hat sich die KODAK S3000 Scanner-Serie als besonders geeignet erwiesen. Die Geräte werden im sogenannten Dualstream-Verfahren betrieben: Jedes Dokument wird gleichzeitig in Farbe (300 dpi) und binär (300 dpi) erfasst und direkt an die KODAK Info Input Solution übergeben.

Merkmal Spezifikation / Vorteil
Durchsatz Bis zu 140 Blatt/Minute
Bildqualität Dual-Light-Beleuchtung, Perfect Page Technologie
Intelligenter Dokumentenschutz Erkennt potenziell problematische Dokumente oder Fremdobjekte während des Einzugs und hilft, Originalformulare sowie den Scanner vor Beschädigungen zu schützen.
Dokumentenhandhabung Automatische Einzugskorrektur, geeignet für gemischte Formate
Platzbedarf Bis zu 40 % kompakter als klassische Produktionsscanner

Ein besonders relevanter Aspekt bei der Formularerfassung ist die zuverlässige Verarbeitung von Vervielfältigungen. Gerade im Labor werden Dokumente aufgrund von Ergänzungen und Anmerkungen häufig vervielfältigt und zwischen den beteiligten Stellen hin und her geschickt. Dadurch können sich die Positionen einzelner Felder verändern und die Qualität der Vorlagen beeinträchtigt werden. Ein starres, koordinatenbasiertes Formularlesen reicht in solchen Fällen nicht aus. Auch klassische Key-Value-Verfahren stoßen bei komplexen medizinischen Formularen schnell an ihre Grenzen.

Die KODAK Info Input Solution setzt deshalb auf KI-gestützte LLM-Modelle, die Inhalte, Feldbezeichnungen, Ankreuzoptionen und deren visuellen Kontext ganzheitlich interpretieren. Dadurch lassen sich sowohl strukturierte Angaben als auch handschriftliche Informationen zuverlässig extrahieren – selbst wenn sich Layout, Feldpositionen oder die Qualität der Vorlage unterscheiden.

Formularerfassung im Labor
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Schritt 2: Lokale Verarbeitung sensibler Daten (On-Premises)

Der obere Teil der Formulare enthält sensible Patientendaten wie Name, Geburtsdatum und Praxisangaben. Die KODAK Info Input Solution verarbeitet diese Informationen innerhalb der lokalen Verarbeitungsumgebung (On-Premises) des Labors. Die Dokumenteninhalte verlassen das Netzwerk des Labors zu keinem Zeitpunkt.

Parallel dazu liest die KODAK Info Input Solution mit Hilfe der KI-Tools die strukturierten OMR-Felder (Ankreuzoptionen) aus.

Schritt 3: Anonymisierung des Dokumenten-Images

Bevor ein Dokument für die Cloud-Verarbeitung freigegeben wird, schwärzt die KODAK Info Input Solution im integrierten Image-Enhancement-Schritt alle personenbezogenen Daten auf dem digitalen Bild automatisch und unwiderruflich. Dieser Schritt schafft die datenschutzrechtliche Grundlage für die nachfolgende Cloud-Verarbeitung und stellt sicher, dass die Verarbeitung ausschließlich auf anonymisierten Dokumenteninhalten erfolgt.

Schritt 4: Cloud-basierte Handschriftenerkennung mit Google Gemini (ICR)

Der anspruchsvollste Teil der Formularverarbeitung ist die Auslesung handschriftlicher Freitextfelder – typischerweise Felder wie „Sonstige Vermerke“ oder „Besondere Anweisungen“, in denen Ärzte komplexe und individuelle Auftragsdetails notieren.

Typische handschriftliche Einträge enthalten individuelle medizinische Anweisungen, beispielsweise Hinweise zu speziellen Anforderungen, Materialangaben, Bearbeitungsschritten oder ergänzenden Informationen für die weitere Verarbeitung. Diese Angaben kombinieren häufig Fachbegriffe, Abkürzungen und persönliche Schreibweisen – eine Kombination, die für klassische OCR-Systeme nur schwer zuverlässig zu erfassen ist. Vergleichbare Herausforderungen finden sich in vielen medizinischen Laborbereichen, in denen Ärzte individuelle Anweisungen und ergänzende Informationen als Freitext dokumentieren.

Formularerkennung und Handschriftenerkennung bei Laborformularen
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Da diese Bildausschnitte nach der Schwärzung keine personenbezogenen Daten mehr enthalten, überträgt die KODAK Info Input Solution sie über ihren integrierten Google Gemini Konnektor sicher zur KI-gestützten Verarbeitung in die Cloud. Gemini ermöglicht eine kontextbezogene Erkennung handschriftlicher Inhalte und unterstützt insbesondere bei komplexen medizinischen Freitextangaben, bei denen klassische OCR-Verfahren an ihre Grenzen stoßen. Das lässt sich auch in einer deutschen Cloud mit SOC-2-Zertifizierung oder lokal On-Premises realisieren.

Die erkannten Texte werden anschließend automatisch in die entsprechenden Indexfelder der KODAK Info Input Solution übernommen.

Schritt 5: Validierung und Systemintegration

Die extrahierten Daten aus allen Verarbeitungsschritten werden in der KODAK Info Input Solution strukturiert zusammengeführt. Im browserbasierten Validierungsclient sehen die Mitarbeitenden das Originalbild parallel zu den extrahierten Daten und können die Ergebnisse prüfen, bei Bedarf korrigieren und freigeben. Die validierten Daten werden anschließend per XML-Schnittstelle direkt in das zentrale Labormanagementsystem exportiert.

Mehrwerte im Überblick

Mehrwert Wirkung im Laborbetrieb
Zuverlässige Datenextraktion bei variablen Formularlayouts
Die KODAK Info Input Solution interpretiert Formularfelder und handschriftliche Angaben mithilfe KI-gestützter LLM-Modelle kontextbezogen statt anhand starrer XY-Koordinaten. Dadurch können strukturierte Daten und selbst extrem schwierige Handschriften auch bei starken Verschiebungen der Felder, abweichenden Formularlayouts und Mehrfachkopien zuverlässig extrahiert werden.
KI-gestützte Handschriftenerkennung durch den Google Gemini Konnektor Präzise Erkennung auch komplexer ärztlicher Handschriften in Freitextfeldern; bessere Verarbeitung individueller medizinischer Angaben.
Hybride Verarbeitung durch Open Intelligence™ Sichere Nutzung moderner Cloud-KI-Funktionen durch die Kombination von lokaler Verarbeitung und gezielter Cloud-Nutzung unter Berücksichtigung der Datenschutzanforderungen.
Entlastung des Personals Mitarbeitende werden von manuellen Erfassungsschritten entlastet und übernehmen im Validierungsclient eine effiziente Prüf- und Freigabefunktion.
Nahtlose Systemintegration Strukturierter XML-Export aus der KODAK Info Input Solution direkt in das Labormanagementsystem; durchgängige digitale Prozesse ohne Medienbrüche.

Übertragbarkeit auf alle Labortypen

Das beschriebene Lösungskonzept ist nicht auf zahnmedizinische Labore beschränkt. Die KODAK Info Input Solution ist überall dort einsetzbar, wo folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Hohe Volumina an papierbasierten Formularen mit gemischten Inhalten (strukturiert und handschriftlich)
  • Strenge Datenschutzanforderungen, die eine vollständige Cloud-Verarbeitung ohne vorherige Anonymisierung ausschließen
  • Bestehende Labormanagementsysteme mit XML- oder API-Schnittstelle für den automatisierten Datenimport

Die Skalierbarkeit der KODAK Info Input Solution – von kleineren Laboren mit einem Scanner bis hin zu Großbetrieben mit mehreren Erfassungsstationen und zahlreichen Nutzern – schafft eine flexible Grundlage für eine effiziente Formularerfassung im Labor und die weitere Digitalisierung medizinischer Laborprozesse.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist eine automatisierte Formularerfassung im Labor wichtig?
Medizinische Labore verarbeiten täglich große Mengen an papierbasierten Auftragsformularen. Eine automatisierte Erfassung mit der KODAK Info Input Solution reduziert manuelle Übertragungsfehler, beschleunigt die Auftragsabwicklung erheblich und entlastet das Fachpersonal, das sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren kann.
Welche Rolle spielen KODAK S3000 und KODAK Info Input Solution zusammen?
Die KODAK S3000 Scanner-Serie bildet die Hardware-Basis: Sie liefert eine hohe Bildqualität und unterstützt die zuverlässige Verarbeitung unterschiedlicher medizinischer Auftragsformulare. Die KODAK Info Input Solution übernimmt als Software-Plattform die gesamte Steuerung, Klassifikation, Extraktion, KI-Anbindung, Validierung und den Export der Daten. Gemeinsam bilden beide Komponenten eine integrierte Gesamtlösung für die automatisierte Formularerfassung im Labor.
Was ist der Unterschied zwischen OCR und ICR bei der Handschriftenerkennung?
OCR (Optical Character Recognition) ist für maschinell gedruckten Text optimiert und scheitert häufig an individuellen Handschriften. ICR (Intelligent Character Recognition) nutzt KI und maschinelles Lernen, um den Kontext zu verstehen und auch schwer lesbare, handschriftliche Texte – wie ärztliche Freitextvermerke – präzise zu erkennen. Die KODAK Info Input Solution unterstützt beide Verfahren und verbindet sie über ihre KI-Konnektoren mit Diensten wie Google Gemini.
Wie wird die DSGVO-Konformität beim Einsatz von Cloud-KI sichergestellt?
Durch den hybriden Ansatz der KODAK Info Input Solution: Sensible Patientendaten werden ausschließlich lokal (On-Premises) innerhalb der Netzwerkumgebung des Labors verarbeitet und verlassen das Netzwerk zu keinem Zeitpunkt. Erst nach der automatischen Schwärzung aller personenbezogenen Daten im integrierten Image Enhancement-Schritt werden anonymisierte Bildausschnitte über den Google Gemini Konnektor zur Handschriftenerkennung in die Cloud gesendet.
Für welche Labortypen ist die KODAK Info Input Solution geeignet?
Die KODAK Info Input Solution ist für alle medizinischen Labore geeignet, die papierbasierte Auftragsformulare mit strukturierten und handschriftlichen Inhalten verarbeiten. Als skalierbare Plattform unterstützt sie sowohl kleine Einrichtungen mit wenigen Nutzern als auch Großlabore mit hohem Belegvolumen und komplexen Integrationsanforderungen.

Über den Autor

Carsten Knoll

Carsten Knoll ist Key Account Manager Vertical & Strategic Business und betreut Partner und Endkunden in Nordwestdeutschland, mit besonderem Fokus auf Behörden. Seit 2009 ist er im Bereich Digital Business tätig und verfügt über langjährige Erfahrung in der Dokumentenmanagement- und IT-Branche. Seine Schwerpunkte liegen in der Digitalisierung und Automatisierung von Dokumentenprozessen.

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